Das Konzept

Der Kurs sollte die wichtigsten Probleme unserer Zeit in eine franziskanische Perspektive rücken.

Darum wurde überall in der Welt eine große Zahl von Autoren gesucht, welche nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch konkrete Erfahrung aus den entsprechenden Problemfeldern mitbrachten. Man spricht heute viel von "kontextueller Theologie". Darin spiegelt sich die Auffassung, daß Theologie, also auch franziskanische Spiritualität und franziskanische Theologie, immer nur innerhalb eines ganz bestimmten Kontextes betrieben werden kann: soziale und kulturelle Bedingungen, konkrete Erfahrungen und Traditionen sind nicht einfach beiläufige Realitäten, sondern bestimmen die Theologie innerlich und wesentlich.

 

Der Kurs wollte von Anfang an interkulturell sein und so der weltweiten Kirche dienen.

Er wollte die Enge durchbrechen, welche an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Kontinent immer als Gefahr gegeben ist. Schwestern und Brüder in der täglichen Mühe und Arbeit sind immer mit ihren hautnahen Fragestellungen konfrontiert. Die Fragen und Sorgen in anderen Kontinenten sind dabei kaum von Belang. Und doch wäre es wichtig, daß man eine wirklich katholische, d.h. allumfassende Weite in sich trägt. Um dies zu erreichen, wurde ein Interkulturelles Team zusammengestellt. Dieses sollte aus den je eigenen Erfahrungsbereichen die Beiträge zu den Lehrbriefen kritisch beurteilen und ergänzen. Jeweils die in der eigenen Kultur "fremden" Probleme sollten verstanden, aufgenommen und nachvollzogen werden können.
 
Die erste Fassung des Kurses war in folgende Sprachen übersetzt: Birmesisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Indonesisch, Italienisch, Japanisch, Kiswahili, Koreanisch, Kroatisch, Portugiesisch, Slowakisch, Spanisch, Tagalok, Tschechisch, Ungarisch, Urdu.

 

Der Kurs sollte interfranziskanisch sein.

Darum sollten die einzelnen Zweige der Franziskanischen Familie auf allen drei Ebenen (Autoren, Interkulturelles Team, Redaktion) vertreten sein. Bei den Männerorden wurde das auch erreicht, bei den Frauengemeinschaften des Regulierten Dritten Ordens sowie im Weltlichen Dritten Orden ist uns das zunächst nicht gelungen. So zeigte sich denn in der ersten Redaktion des Kurses eine Dominanz des Ersten Ordens und eine Vernachlässigung der Spiritualität der hl. Klara. Bei der Arbeit mit diesem Kurs ist immer deutlicher geworden: Mit Franziskus allein erfassen wir die religiöse Aufbruchbewegung nicht, die vor 800 Jahren von Assisi ausging und seitdem so viele Menschen in der ganzen Welt fasziniert und geprägt hat. Franziskus und Klara haben sie geformt. Diese Zusammengehörigkeit der beiden drücken die Lateinamerikaner mit der Wortprägung "franzisklareanisch" (francisclareano) aus.
 
Der Kurs will also die interfranziskanische Zusammenarbeit von Franziskanerinnen und Franziskanern sowie aller, die sich der franziskanischen Idee nahe wissen, fördern. Es soll eine weltweite Familie zusammenwachsen, die in den heutigen Problemfeldern eine eigene, franziskanische Prophetie entwickelt.

 

Der Kurs sollte einheitlich sein.

Ein Redaktionsteam wurde bestimmt, das einen einheitlichen Stil und einen immer gleichbleibenden Aufbau garantieren sollte. Es sollte Kritik und Ergänzungen des Interkulturellen Teams einarbeiten. Der Aufbau der einzelnen Briefe ist folgender:
A. Einleitung: Einführung in das Thema
B. Übersicht: Zusammenfassung des Lernstoffes
C. Information: Entfaltung des Themas
D. Übungen: Texte zur Vertiefung des Lernstoffes und für den Gedankenaustausch mit anderen Teilnehmern
E. Anwendungen: Impulse, die zum konkreten Handeln im eigenen Umfeld anregen
F. Verzeichnisse: Literaturhinweise und Bildnachweise