Möglichkeit der Arbeit mit dem CCFMC

Das vorliegende Kursmaterial kann auf vielfältige Weise verwendet werden. Es dient als Einführung in die franziskanische Spiritualität in den Noviziaten und Studienhäusern und als Weiterbildungsprogramm für die ganze Franziskanische Familie. Er ist verwendbar für Menschen ohne große Voraussetzung an Bildung ebenso wie für solche, welche ein entsprechendes Studium hinter sich haben. Es kommt ganz darauf an, wie man mit den Materialien umgeht. Einige Wege, die im Laufe der Jahre in verschiedenen Ländern erprobt worden sind, seien hier vorgestellt. Alle sind eingeladen, sie weiterzuentwickeln, aus ihrer eigenen Erfahrung zu ergänzen und auch neue Wege zu gehen.

Gemeinsame Seminare der Franziskanischen Familie auf regionaler Ebene

In gewissen Zeitabständen treffen sich Schwestern und Brüder einer Region zu einem Tagesseminar, bei dem ein Lehrbrief bearbeitet und in Kleingruppen vertieft wird. Das gesellige Zusammensein unterbricht nicht nur die Arbeit; es ist ein wesentliches Element der franziskanischen Lebensform. Zum Abschluß wird das nächste Treffen geplant und ein Gottesdienst gefeiert.

In der Zeit zwischen zwei Treffen kann das behandelte Thema in den eigenen Gemeinschaften vermittelt und vertieft werden. Dies ist vor allem für jene Brüder und Schwestern wichtig, die nicht am regionalen Treffen teilnehmen konnten und auf diese Weise mit einbezogen sind.

Wo mit diesem Kurs gearbeitet wurde, hat er das Gefühl der Zusammengehörigkeit der beteiligten franziskanischen Orden und Gemeinschaften gestärkt und auf verschiedenen Ebenen die Zusammenarbeit gefördert, oft auch erstmalig zu einem gemeinsamen Austausch geführt.

Besinnungstage

Ein Team, das den monatlichen Besinnungstag einer Gemeinschaft vorbereitet, wählt das Thema eines Lehrbriefes aus und bietet es als Grundlage der persönlichen Besinnung an. Gegen Ende des Besinnungstages kann ein Austausch über das Thema und seine Wirkung in unserem Leben stattfinden. Der Tag schließt mit einem Schriftgespräch oder einer Bild oder Musikmeditation.

Exerzitien und Orientierungstage

Verschiedentlich wurden schon Exerzitien und Orientierungsstage auf dem Kursprogramm aufgebaut. Ein solches Programm paßt sich den Bedürfnissen der Teilnehmenden an und muß entsprechend abgewandelt werden. Exerzitien sind keine Studienwoche, verlangen also genügend Zeit zur Meditation, zur Vertiefung und zum persönlichen Gebet. Nicht die Menge des bewältigten Stoffes, nicht ein Vielerlei von Themen, sondern die Verinnerlichung weniger Schwerpunkte der franziskanischen Spiritualität ist entscheidend. Die Lehrbriefe 1, 4, 5, 6, 10, 11 und 12 eignen sich dafür besonders. Themen anderer Lehrbriefe können je nach Bedürfnis und Situation dazukommen.

Ordensausbildung

Der Grundkurs eignet sich für die Ordensausbildung in Noviziat und Juniorat und für die Einführung in den Franziskanischen Weltorden.
Für die Weiterbildung wird der Grundkurs in manchen Ländern als Korrespondenzkurs angeboten.
Dazu gibt es ein KoordinatorenTeam, welches die Lehrbriefe verschickt, die Arbeit koordiniert und als Dialogpartner zur Verfügung steht. In einigen Ländern wird am Ende ein Diplom ausgestellt, das zu kirchlichen Diensten qualifiziert.

Studienwochen zur Vertiefung der franziskanischen Spiritualität

Als Weiterbildung auf jeder Altersstufe sind Studienwochen zu empfehlen. Die Elemente solcher Wochen sind: Referate zu den Themen der Lehrbriefe, Gruppenarbeit und Diskussionsrunden, Podiumsgespräche und Eigenstudium.

Arbeit mit den Lehrbriefen im eigenen Konvent

Eine der fruchtbarsten Weisen der Beschäftigung mit dem Grundkurs ist die wöchentliche oder vierzehntägige Zusammenkunft der eigenen Gemeinschaft. Sie hat u.a. den Vorteil, daß die Gruppe beliebig lange an einem Lehrbrief verweilen kann.

In einer Gemeinschaft, in der die Brüder oder die Schwestern verschiedene Aufgaben haben (Schule, Seelsorge, Kranken oder Altenpflege, Verwaltung, häusliche Dienste usw.), kann die gemeinsame Beschäftigung mit dem Grundkurs alle verbinden und wieder gemeinsames Interesse wecken. Sie fördert eine Kommunikation, die sich nicht nur auf der Ebene der beruflichen Arbeit bewegt, bei der sich andere oft ausgeschlossen fühlen.

Visitationen, Mattenkapitel, Provinz- und Generalkapitel

Verschiedentlich haben Schwestern und Brüder, die einen Leitungsdienst ausüben, für ihre Visitationen Lehrbriefe benutzt. Ebenso dienten sie als Grundlage für Matten, Provinz und Generalkapitel, wo es um die Standortbestimmung und Neuorientierung einer ganzen Gemeinschaft geht.

Ökumenische Gruppen

Viele Menschen, nicht nur Katholiken und Christen, sind von Franziskus und Klara beeindruckt. Darum haben sich in verschiedenen Ländern ökumenische Gruppen gebildet, die mit dem Grundkurs arbeiten. Da dieses Programm international und interkulturell ist, trägt es nicht nur zum Dialog unter Christen bei, sondern fördert auch das Verständnis unter Angehörigen verschiedener Kulturen und Religionen.