Österreich: „Das Boot ist voll“ ist Lüge

Bischof KräutlerDie in der Flüchtlingsfrage in Europa vorherrschende „Politik der Abschottung“ betrachtet der emeritierte austrobrasilianische Bischof Erwin Kräutler mit Sorge und spart dabei auch nicht mit Kritik: Er orte im „sozialen und zwischenmenschlichen Bereich ein Versagen der EU“, dabei habe Europa „den Auftrag, sich zu öffnen“, sagte Kräutler - derzeit auf Heimatbesuch in Österreich - jüngst bei der Präsentation seines neuen Buches „Habt Mut! Jetzt die Welt und die Kirche verändern“ in Salzburg. Die derzeit politikprägende Aussage „das Boot ist voll“ erachtet der für sein Menschenrechtsengagement mit dem Alternativnobelpreis ausgezeichnete Bischof als „Lüge“.

„Ausgesprochen positiv“ empfinde er demgegenüber die „klare kirchliche Haltung“ zum Thema Flucht, die sich in der Position des Papstes und der Österreichischen Bischofskonferenz zeige. „Über die kirchliche Leistung, namentlich von Caritas, Diakonie und Katholischer Aktion, kann man nur staunen“, lobte Kräutler den konsequenten Einsatz für die Mitmenschen in den vergangenen Monaten.